2022 Ausstellung bei Pashmin-Art, Hamburg

Die von Natalja Nouri kuratierte Ausstellung wird zum Gedenken an den Künstler Georg Münchbach vier Wochen lang in der Pashmin Art Gallery zu sehen sein. Nour Nouri, die Direktor der Pashmin Art Gallery, und Falk Münchbach, der Sohn des Künstlers, eröffneten die Ausstellung. 

Georg Münchbach erreichte ein stolzes Alter von 85 Jahren, in denen er Hunderte von Bildern und Skulpturen und Plastiken geschaffen hat. Er hat an etwas gearbeitet, was er herausarbeiten wollte und was ihn zutiefst beschäftigt hat. Seine Werke wirken dicht, sie sind intensiv, sie verschließen sich auf eine gewisse Weise wie ein Mythos, der nur einem Kreis von Vertrauten offenbart wird. „Die Zeit vergeht, aber die Kunst bleibt erhalten“, war einer der Leitsätze des Künstlers Georg Münchbach. Er studierte Kunst und Philosophie. In den 1950er Jahren begab er sich auf eine Spurensuche in der Kulturgeschichte und bereiste zahlreiche europäische und arabische Länder. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in Norddeutschland in der Lüneburger Heide, in Wittenwater bei Uelzen. 

Er begann, seine eigene künstlerische Vorstellung von sichtbarer räumlicher Energie zu entwickeln. Seine Beschreibung dieser Idee ist aufschlussreich: „Bei den vielfältigen Erfahrungen mit Raum habe ich sehr bald eine für mich wichtige Entdeckung gemacht: Die Beobachtung der Landschaft ließ mich nämlich verstärkt die drängende und eindringende Eigenschaft der Energie des Raumes wahrnehmen. Das Land wurde zunehmend zum Ergebnis eines Prozesses von eindringendem Raum. Daher rührte ursprünglich meine Aufmerksamkeit und mein Interesse für das Motiv des Tales. Ich entdeckte den Innenraum. Es entstand nach und nach eine Art ganzheitlicher Innenraumtheorie.“ 

Dr. Marc Cremer-Thursby hielt einen Vortrag über den Künstler. Er bemerkte in einem Teil seiner Rede: Das künstlerische Werk von Georg Münchbach, „ein Philosoph mit bildnerischen Mitteln“ (wie Falk Münchbach seinen Vater beschreibt) verdient es, als kulturelles Erbe zu erhalten. Der Künstler hinterließ ein bis heute kaum fassbares künstlerisches Oeuvre, bestehend aus Hunderten von Gemälden und einer Vielzahl von Skulpturen. Sie zu sortieren, zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, versucht sein Sohn Falk Münchbach in Kooperation mit internationalen Galerien zu verwirklichen. 

Wir müssen uns vorstellen, dass Künstler Kinder ihrer Zeit sind. Wären sie in einer anderen Zeit geboren worden, hätten sie anders gelebt, gedacht und gemalt. Vielleicht hat sich Georg Münchbach, stellvertretend für uns, mit Dingen beschäftigt, für die wir uns einfach nicht die Zeit nehmen. […] Er gehörte zu der Generation, die den Krieg als Kind erlebt hat und dann noch einmal von vorne angefangen hat und sich in einer Welt des Wiederaufbaus und dann des Wohlstands zurechtgefunden hat. Diese Generation von Künstlern ist von vielen Fragen geprägt; vielleicht weil ihr Leben sie so heftig erschüttert hat. […] Er ist ein entflammter Künstler, entflammt von einer Idee. Seine Idee heißt Energie. Er will Energie sichtbar machen, denn das bedeutet Leben; Energie, die im Raum ist. Dort im Raum, hier im Raum, draußen im Raum der Natur, gibt es ein leitendes Prinzip, das uns alle durchströmt. […] Für Georg Münchbach ist diese Energie nur in begrenzten Räumen sichtbar und spürbar.

LINKS:

Pashmin Art Gallery

Georg Münchbach

Solo Exhibition

15.01. - 07.02.2022

Vernissage

15.01.2022 | 5.30 PM

Opening Speech Dr. Marc Cremer-Thursby